Nach der Schichtarbeit kam am späten Abend ein Bote, der den Druckern der Ruhr-Nachricthen die "Freistellungs"-Briefe überbrachte. Und bald danach rückte der Bagger an, der die Arbeitsplätze physisch zerstörte.

11 Drucker aus seiner Dortmunder Druckerei versucht der Verleger  Lambert Lensing-Wolff seit Donnerstag, 2. Februar 2007 in einer Nacht- und Nebelaktion los zu werden. Es ist die zweite Aktion in zwei Wochen, die der brachial agierende Verleger - Vizepräsident des nordrhein-westfälischen Zeitungsverleger-Verbandes - auf ähnliche Art durch zieht.

Am Wochenende des 20. Januar 2007 hatte Lensing-Wolfff die gesamte 19-köpfige Lokalredaktion der Münsteraner Zeitung durch eine im Geheimen aufgebaute Redaktion einer Tochtergesellschaft ersetzt, in der Journalisten zu erheblich schlechteren Bedingungen arbeiten.

ImageIm Dezember hatte er sechs Fotografen entlassen, und einige Monate zuvor schloss der Verlag Lokalredaktionen in Bottrop, Gladbeck und Gelsenkirchen.  

 Zusammen mit Münsters Kunst-, Kultur- und Musikszene veranstalten die beiden Journalistengewerkschaften des Münsterlands, djv und dju (in ver.di), am Dienstag, 13. Februar, ab 19 Uhr einen Solidaritätsabend für die "freigestellten" MZ-KollegInnen. Veranstaltungsort ist der Club „Heaven“ im münsterschen Hafen am Hafenweg 31.

Der Paderborner Erzbischof Hans-Josef Becker warnte beim Presseempfangs seines Bistums „vor Tarifflucht und ungerechter Bezahlung in der Medienbranche“. „Mit Sorge beobachte ich Leiharbeit und Outsourcing im Verlagswesen und Journalismus“, sagte Becker nach einem Bericht des Tagesspiegel und forderte: „Sachgerecht, umfassend, kritisch, unabhängig berichten hat seinen Wert und braucht gerechten Lohn und nicht Tarifflucht.“

 Bericht der TAZ vom 25. Januar

Die Gewerkschafter informieren jeweils im Web über die  neuesten Entwicklungen:

dju in ver.di:

http://dju-nrw.verdi.de/

http://schwarzbuch-lensing-wolff.verdi.de/  

DJV:

http://www.djv-muensterland.de/MZ-Special/mz-special.html